Liebe Leserinnen, Lieber Leser,
in den letzten Wochen ist der Ölpreis drastisch gefallen und bewegt sich derzeit um 60 US-Dollar. Während die meisten Menschen sich über die gefallenen Ölpreise und damit verbundenen gesunkenen Energiekosten freuen, gibt es erste Bedenken von Experten.
Matthew Simmons, ein bekannter amerikanischer Ölexperte, hält den derzeit vergleichsweise niedrigen Ölpreis für “gefährlich”. Ein Preis von 60 Dollar kann dazu führen, dass Ölkonzerne und auch die Opec Projekte einstellen und weniger Öl fördern würden, sagte Simmons in einem Radiointerview.
Da die Nachfrage nach Öl, trotz der weltweiten Finanzkrise, nicht signifkant gesunken ist, rechnet er damit dass es schon in diesem Winter zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Sowohl Heizöl als auch Benzin und Erdgas könnten knapp werden, warnte Simmons. Er rechne damit, dass deshalb auch der Ölpreis wieder deutlich ansteigen werde. Simmons hält mittelfristig einen Preis von bis zu 300 Dollar für möglich.
Der texanische Investor sorgt seit Jahren mit Publikationen zum Ölangebot für Aufsehen. Unter anderem arbeitete er als Energie-Berater der US-Regierung. Bekannt wurde Simmons durch eine Studie über die Förderung in Saudi-Arabien. Darin vertritt er die These, dass auch die großen Ölfelder am Persischen Golf ihre Höchstfördermarken bereits überschritten haben.
Vor dem Hintergrund pessimistischer Konjunkturerwartungen standen die Ölpreise am Mittwoch weiter unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember kostete im frühen Handel 59,24 Dollar – das waren neun Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete mit 55,65 Dollar sechs Cent weniger als am Dienstag.
Auch Moskau könnte in Schwierigkeiten geraten. Der russische Finanzminister rechnet für das kommende Jahr mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 50 Dollar je Barrel. Damit steuert die Regierung in Moskau auf massive Probleme zu. Denn wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet, basiert der russische Haushaltsentwurf für 2009 auf einem durchschnittlichen Preis von 95 Dollar je Barrel.
Mitarbeiter des Finanzministeriums hätten aber bereits angekündigt, das der Haushalt für 2009 im Dezember auf Basis neuer Preisprognosen überarbeitet werden solle. Der stellvertretende russische Finanzminister Dimitri Pankin hatte Ende Oktober erklärt, dass bei einem Ölpreis von 60 Dollar je Barrel ein ausgeglichener Haushalt erzielt werden könne.
Es bleibt also weiterhin interessant am Öl-Markt und abzuwarten, welche Reaktionen der Öl-Preis nach sich ziehen wird. In jedem Fall ist Öl und Gas eine weiterhin interessante Investitionsalternative zu Aktien und/oder Fonds. Wichtig sind hier jedoch die Prinzipien, die wir Ihnen in einem separaten Beitrag zusammengestellt haben.
Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es durchaus noch sehr interessante Direktinvestments in Erdöl und Erdgas gibt. Wichtig ist die richtige Auswahl und dafür benötigen Sie einen Experten.